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ADS/ADHS Informationen

1. Was ist eine Aufmerksamkeitsstörung?
2. Wie äußert sich ADS/ADHS?
3. Mögliche Folgen/Begleiterkrankungen
4. Diagnostik
5. Therapie
6. Tipps für Eltern
7. Positive Motivation
8. Strukturierung
9. Sicherheit (klare Regeln und Rollen)
10. Klare, einfache Kommunikation)
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Was ist eine Aufmerksamkeitsstörung?

  ADS/ADHS - zwei Formen einer Störung
  • Von einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS) spricht man, wenn ein Kind länger als sechs Monate durch ausgeprägt unaufmerksames und impulsives Verhalten aufgefallen ist.
  • Kommen motorische Unruhe und übermäßiger Bewegungsdrang (Hyperaktivität) hinzu, spricht man von einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS).

  • Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität sind Leitsymptome dieser Erkrankung.
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    Wie äußert sich ADS/ADHS?

      Kinder mit ADS haben eine mangelnde, nicht altersgemäße Konzentrationsspanne. Die ADS zeichnet sich durch Unaufmerksamkeit, Impulsivität sowie durch Aktivitätsminderung aus. Die Kinder haben ein langsames Arbeitstempo und wirken oft verträumt.

    Kinder mit ADHS sind im Vergleich zu anderen Kindern unruhiger, zeigen wenig Ausdauer und sind schnell abgelenkt. Im Spielverhalten wirken sie planlos und können Tätigkeiten kaum selbständig strukturieren. Sie sind häufiger von motorischen Teilleistungsstörungen betroffen. Ein Teil der Kinder zeigt eine Störung des Sozialverhaltens, das Verhalten der Kinder ist oft nicht vorhersehbar, sie neigen zu starken Stimmungsschwankungen, auf Ermahnungen reagieren sie häufig mit Wutanfällen.

    Bei schwer betroffenen ADS/ADHS-Kindern kommt es schon früh zur Isolation unter Gleichaltrigen. Die Grundstimmung der Kinder ist unglücklich und ihr Selbstbewusstsein schwindet.
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    Mögliche Folgen/Begleiterkrankungen

      Die Kinder entwickeln infolge häufiger Misserfolge im sozialen und schulischen Bereich und durch Konflikte mit Gleichaltrigen wie auch zu Hause oft sogenannte sekundäre Störungen.
    Sie besitzen eine erhöhte Anfälligkeit für zusätzliche psychische Erkrankungen:
  • Störung des Sozialverhaltens/Aggressive Störungen
  • Depressionen/Angststörungen/Tic-Störungen

  • Auch die Entwicklung von Teilleistungsstörungen treten häufig auf:
  • Lese-Rechtschreibschwäche/Rechenschwäche
  • zentralmotorische Koordinationsstörungen
  • versch. Wahrnehmungsstörungen
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    Diagnostik

      Die Diagnostik ADS/ADHS ist kein »Einzelbefund« vielmehr setzt sie sich aus vielen verschiedenen »Diagnosebausteinen« zusammen. Sie beinhaltet die Beobachtung durch Eltern, Erzieher und Lehrer sowie die ärztliche Basisdiagnostik und eine ausführliche Differentialdiagnostik (Psychodiagnostik/ weiterführende Diagnostik).
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    Therapie

      Sinnvoll für die Behandlung ist ein multimodales Therapiekonzept und beinhaltet die individuelle Kombination aus verschiedenen Therapieformen. Die Behandlung kann folgendes beinhalten: Eltern-Kind-Beratung, psychotherapeutische Maßnahmen, störungsspezifische Therapieformen und gegebenenfalls auch medikamentöse Maßnahmen.
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    Tipps für Eltern

      Jedes Kind mit ADS/ADHS ist in seiner Persönlichkeit einzigartig und individuell. Aus diesem Grund sind die Tipps eher Empfehlungen die das "tägliche Miteinander" erleichtern können.
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    Positive Motivation

     
  • Nicht nur Erfolge zählen, sondern schon die Anstrengungsbereitschaft loben
  • Nur eine Sache/Handlung einfordern, nicht gleich mehrere
  • Keine Fehler aus der Vergangenheit vorhalten
  • Sinnvolle Aufgaben übertragen - stärkt das Selbstbewusstsein
  • Positive Eigenschaften des Kindes nutzen
  • Deutlich und schnell Loben
  • Kontakte des Kindes zu Gleichaltrigen fördern
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    Strukturierung

     
  • Den Tag/die Woche planen - genaue Uhrzeiten für einzelne Handlungen /was wird wann, wo, getan
  • Rituale schaffen
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    Sicherheit (klare Regeln und Rollen)

     
  • Klare Verhaltensregeln zusammen mit dem Kind festlegen, auch Konsequenzen bei Nichteinhaltung festlegen (und auch anwenden)
  • Einigkeit der Erziehungs- und Bezugsperson im Hinblick auf die Erziehung des Kindes (auch Kontakt zu Erziehern und Lehrern)
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    Klare, einfache Kommunikation

     
  • In fester, ruhiger und bestimmter Art mit dem Kind sprechen »freundlich, aber bestimmt» - nicht ironisch oder zynisch, aggressiv
  • In der Kommunikation häufig mit nonverbalen Mitteln arbeiten z.B. kurze Berührung der Schulter - gibt dem Kind Orientierung
  • Kurze Feedbacks »Okay», »gut», »Stopp»
  • Klaren Standpunkt vertreten und diesen behalten, vor allem bei Anweisungen
  • Über Konflikte nicht unmittelbar nach Beendigung diskutieren »Erregung steigt sofort wieder» - lieber den Konflikt durch Schaffen von Fakten und Setzen von Regeln beenden
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